Bettina Fettich-Biernath, M.A.

Lehrbeauftragte

Studium der Fächer Neuere und Neueste Geschichte, Theater- und Medienwissenschaft sowie Politische Wissenschaft in Erlangen; Frühjahr 2004 bis Ende 2008 Studienstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Magisterabschluss im Frühjahr 2009. Praktische Erfahrungen in Theaterdramaturgie sowie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Angewandte Geschichte von April 2009 bis August 2010. Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben am Lehrstuhl für Neuere Geschichte II im Wintersemester 2010/11 und im Sommersemester 2011; Erwerb des "Zertifikat Hochschullehre" der FAU, Fortbildungszentrum Hochschullehre. Im Wintersemester 2015/16 Lehrbeauftragte am Lehrstuhl für Neuere Geschichte II.

Dissertationsprojekt „Deutschland gibt: Zivile und militärische Entwicklungshilfe der Bundesrepublik an Afrika südlich der Sahara von 1956 bis 1974“, gefördert von der Gerda Henkel Stiftung:

Anfang 1965 erklärte Walter Scheel in einem Vortrag, dass „die Entwicklungshilfe nicht eine Form des Kalten Krieges“ darstelle. Der erste Minister des 1961 gegründeten Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) schloss als Hintergedanken explizit aus, „daß sich West und Ost … mit immer neuen Geldzahlungen Verbündete kaufen.“ Ebendieses Ziel jedoch verfolgten die Bonner Ministerien mit Ausnahme des BMZ nicht nur in den Augen mancher zeitgenössischer Akteure. Deutschlandpolitische Dogmen, wirtschaftliche Eigeninteressen und Ressortegoismen standen in dieser Lesart einer eigenständigen Entwicklungspolitik im Wege.

Das Dissertationsprojekt widmet sich diesem interministeriellen Diskurs um Funktionen der Entwicklungshilfe in den auswärtigen Beziehungen. In ihm wurde ausgehandelt, was unter genuin entwicklungspolitischen Zielen und Kriterien zu verstehen sei. Anhand der Quellen beteiligter Bundesministerien setzt sich die Studie mit bilateralen Projekten sowohl im „zivilen“ als auch „militärischen“ Bereich auseinander; besonderes Augenmerk gilt dem Spannungsfeld der Polizeihilfe. Durch die Analyse von Verhandlungsprozessen und Projektgestaltung werden Motive der Bonner Ressorts konkretisiert und kontextualisiert. Es zeigt sich: Ost-West-Gegensatz und deutsch-deutsche Konkurrenz reichen als Bezugsrahmen keinesfalls aus.

Mehr im Interview mit L.I.S.A., dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung:
http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/entwicklungspolitik_war_und_ist_ein_umkaempftes_feld?nav_id=5778

Aktuell

Beitrag des Deutschlandfunks über die Historikertag-Sektion "Von 'guten Nachbarn' und 'deutschen Wegen'", Sendung "Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" vom 22. September 2016 (ab Minute 35:00) http://www.deutschlandfunk.de/aus-kultur-und-sozialwissenschaften.1147.de.html

Interview mit L.I.S.A. anlässlich des Todes von Walter Scheel über seine Bedeutung für die deutsche Entwicklungspolitik, 30. August 2016 http://www.lisa.gerda-henkel-stiftung.de/die_entwicklungspolitik_des_scheel_ministeriums?nav_id=6463

Präsentationen

September 2016, Hamburg: Vortrag „Präsenz ohne Einfluss? Das Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland als Friedens- und Entwicklungsmacht in der Zweiten UN-Entwicklungsdekade" beim 51. Deutschen Historikertag, Fachsektion „Von 'Guten Nachbarn' und 'Deutschen Wegen'. Rollenbilder und Machtdiskurse im außenpolitischen Selbstverständnis der Bundesrepublik Deutschland 1969-2005" (Prof. Jessica Gienow-Hecht, Prof. Friedrich Kießling) http://www.historikertag.de/Hamburg2016/programm-2016/wissenschaftliches-programm/fachsektionen/zeitgeschichte/

Juli 2015, Mainz: Vortrag „East Plus West in the South? The Ambitious Wish to Cooperate in Development Aid Beyond Bloc Confrontation. The Example of the Federal Republic of Germany” im Stresemann Workshop „Illusionary Visions or Policy Options? Discontent over Cold War Security Architecture in Europe and the Search for Alternatives”

April 2015, Justus-Liebig-Universität Gießen: Vorstellung des Dissertationsprojekts im Oberseminar zur Neueren und Neuesten Geschichte von Frau Professor Dr. Weckel und Herr Professor Dr. Büschel

September 2014, Göttingen: Posterpräsentation im Rahmen des Doktorandenforums des 50. Deutschen Historikertages

Februar 2014, Deutsches Historisches Institut Paris: Vortrag „Teaching Sovereignty: Military Development Aid of the Federal Republic of Germany during the Sixties” im Workshop „Armed Forces in Times of Decolonization”

Kontakt

Bettina Fettich-Biernath
Department Geschichte
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Fax 09131 / 85 26393
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